Karsten Klein

Bundesregierung verpasst mit „Wasserstoffstrategie“ abermals Chance auf Fortschritt Streit um grünen und blauen Wasserstoff

Wir fordern die Bundesregierung dazu auf beim Wasserstoff eine technologieoffene, marktwirtschaftlich ausgerichtete Strategie zu verfolgen, die die EU miteinbezieht. Die Bundesregierung muss auch CO2-neutralen Wasserstoff als Brückenlösung für den Hochlauf der Wasserstoffstrategie in Deutschland und Europa berücksichtigen. Außerdem bedarf es einer gemeinsamen europäischen Strategie und keines weiteren nationalen Alleingangs.
Mit dem vorgelegten Strategiepapier ist die Bundesregierung dabei den bei der Energiewende eingeschlagenen Weg eines planwirtschaftlichen und teuren nationalen Alleingangs fortzusetzen. Im längst überfälligen Strategiepapier wird die Bedeutung von grünem Wasserstoff fortlaufend betont, während sich die Ausführungen zum CO2-neutralen Wasserstoff auf einen einzigen nebulösen Satz beschränken.  In dem Satz gesteht die Bundesregierung zumindest ein, dass CO2-neutraler Wasserstoff auch in Deutschland übergangsweise genutzt werden wird, wenn er verfügbar ist. Hier sind Nachfragen an die Bundesregierung dringend angebracht und Verzögerungen bei der Umsetzung der Strategie vorprogrammiert.
Der Streit zwischen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek scheint nicht beigelegt, sondern im Papier lediglich ausgeklammert worden zu sein. Mit der Nationale Wasserstoffstrategie richtet die Bundesregierung den Blick zwar weit in die Zukunft, verschließt die Augen jedoch vor den aktuellen Gegebenheiten.