6. Mai 2020

Wohlstandsverluste durch transparente Öffnungsstrategie verhindern

Einschränkungen wo regional nötig

Zu den Ergebnissen der Corona-Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Länderchefs erklärt der Haushaltsexperte und Chef der bayerischen Landesgruppe Karsten KLEIN:

„Es steht außer Frage, dass die Handlungsfähigkeit des Gesundheitssystems oberste Maxime ist. Genauso richtig und wichtig ist es aber auch alle Begleiterscheinungen des Lockdowns zu betrachten. Fahrpläne für eine Lockerung des Corona-Shutdowns hätten schon viel früher vorliegen müssen.

Dass jede Woche, ja jeder Tag, im Lockdown mit erheblichen Wohlstandsverlusten verbunden ist und für alle Betroffenen eine enorme Belastung darstellt, blieb von Bundeskanzlerin Merkel zu lange unbeachtet. In der Folge stehen unzähligen Existenzen vor einem Scherbenhaufen. In einzelnen Branchen, wie der Gastronomie, droht sogar ein Massensterben von Unternehmen. Dies dürfte auch für den Staat aufgrund geringerer Steuereinnahmen teuer werden und die Staatsverschuldung erhöhen. Mit Konzepten und regional differenziertem Vorgehen, wie es nun endlich erfolgt, hätten schon viel früher einzelne Lockerungen vorgenommen und dadurch der deutschlandweite Schaden verringert werden können.

Die Kanzlerin hat es versäumt den Menschen eine klare Perspektive für Öffnungen und damit Zuversicht zu geben. Sie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ohne ein Konzept zu lange gebremst zu haben. Jetzt braucht es statt Stückwerk eine transparente Öffnungsstrategie. Die Corona-Pandemie darf nicht zur Spaltung der Gesellschaft und dem Bankrott der Wirtschaft führen.“